Das Bergdankfest geht auf eine jahrhundertealte Tradition des Erzbergbaus zurück und wurde vom Erzgebirge in den Oberharz übernommen. Als kirchlich geprägtes Dankfest der Bergleute würdigte es Schutz, Arbeit und den Ertrag aus den Gruben. Gemeinsamer Kirchgang, arbeitsfreier Tag und bergmännische Bräuche prägten das Fest. Selbst nach dem Erliegen des Bergbaus wurde das Bergdankfest in Wildemann weiter begangen – als Ausdruck der tiefen historischen Verbundenheit mit dem Bergbau im Oberharz.
Im Oberharz nimmt der systematische Erzabbau Fahrt auf. Silber und andere Metalle werden zur Grundlage für Bergstädte, Arbeit und Wohlstand – auch rund um Wildemann.
Wildemann entsteht als Bergstadt im Oberharz. Das Leben vor Ort ist eng mit Grubenbetrieb, Wasserwirtschaft und dem Alltag der Bergleute verbunden.
Im Erzgebirge wird das Bergfest (später „Bergdankfest“) eingeführt, um bergmännische Arbeit in einen christlich-dankbaren Rahmen zu stellen.
Das Bergdankfest wird im Oberharz übernommen und als kirchlicher Dank für den „Segen aus der Tiefe“ verstanden – fest verankert auch in Wildemann.
Der Oberharz zählt zu den bedeutendsten Montanregionen Europas. Wildemann profitiert von reichen Erzvorkommen und einer wachsenden Bergmannsbevölkerung.
Gemeinsamer Kirchgang, arbeitsfreier Tag und bergmännische Gesänge prägen das Bergdankfest über Generationen hinweg.
Zum Bergdankfest gehören Backwerk wie „Krenngel“ und Rahmkuchen. Der ursprünglich faschingsnahe Termin wird auf den Sonntagabend verlegt.
Der wirtschaftliche Erzabbau kommt schrittweise zum Erliegen. In Wildemann schließen die letzten Gruben, viele Bergleute verlieren ihre Arbeit.
Der Bergbau prägt Wildemann nun vor allem kulturell und historisch. Gebäude, Halden und Wasseranlagen bleiben als Zeugnisse der Montanvergangenheit erhalten.
Das Bergdankfest erinnert bis heute an die Bergbautradition Wildemanns und ist Ausdruck der historischen Identität des Oberharzes.
Das Bergdankfest zählt zu den ältesten überlieferten Bräuchen des Oberharzer Bergbaus. Seine Ursprünge reichen bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück und stehen in engem Zusammenhang mit der Blütezeit des Harzer Erzbergbaus. Erstmals soll das Fest um 1564 in St. Andreasberg begangen worden sein und verbreitete sich von dort im gesamten Oberharz.
Eingeführt wurde das Bergdankfest von erzgebirgischen Bergleuten aus St. Joachimsthal, die im Zuge neuer Erzfunde in den Harz kamen. Ziel war es, das bis dahin ausgelassene, teils heidnisch geprägte Fastnachtstreiben der Bergleute in einen geordneten, christlichen Rahmen zu lenken. An die Stelle von Trinkgelagen, Maskenumzügen und Mummereien trat ein gemeinsamer Dankgottesdienst.
Im Mittelpunkt des Bergdankfestes stand traditionell der feierliche Kirchgang der Bergleute. In bergmännischer Tracht und angeführt von ihren Vorgesetzten zogen sie geschlossen zum Gottesdienst, um Gott für die Erträge des Bergwerks, für Schutz vor Unglück und für den Erhalt ihrer Arbeitskraft zu danken. Der Gottesdienst folgte einem eigenen bergmännischen Ritus und war von besonderen Gebeten und Liedern geprägt. Fastnachtsscherze oder Umzüge waren an diesem Tag ausdrücklich unüblich.
Unterstützt wurde diese Form des Bergdankfestes auch von den damaligen Bergbehörden, insbesondere den Bergämtern Clausthal und Zellerfeld. Neben religiösen Motiven verfolgte man damit auch ein praktisches Ziel: dem oftmals ausufernden Fastnachtstreiben betrunkener Bergleute Einhalt zu gebieten und Ordnung sowie Disziplin zu fördern.
Historische Quellen berichten, dass Frauen und Kinder ursprünglich nicht am Bergdank-Gottesdienst teilnehmen durften. Man fürchtete, so der damalige Volksglaube, Unglück im Bergbau. Erst später öffnete sich das Fest für die gesamte Gemeinschaft.
Mit dem Niedergang des Bergbaus verlor das Bergdankfest zwar seine wirtschaftliche Grundlage, verschwand jedoch nie aus dem kulturellen Gedächtnis der Oberharzer Bergstädte. Bis heute wird es als bewusste Erinnerung an die bergbaulichen Wurzeln begangen und steht für Zusammenhalt, historisches Bewusstsein und die enge Verbindung von Landschaft, Arbeit und Gemeinschaft.